Bahlinger SC – FC Nöttingen 0:0

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Zusammenfassung

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Die Chancenarmut war im Spiel zweier ehemaliger Tabellenführer so groß, dass die Nullnummer bereits Mitte der zweiten Halbzeit absehbar war. Das frierende Stammpublikum grübelte unter dem Dach der Gegengeraden intensiv darüber, ob es jemals ein Spiel mit so wenig Torraumszenen auf beiden Seiten im Kaiserstuhlstadion gegeben hatte. Das Sicherheitsdenken zweier angeschlagener Mannschaften gebar einen Nichtangriffspakt, der im oberen Tabellendrittel der Oberliga keinem weiterhilft.

Wenn das Handy des Trainers am Spieltag morgens klingelt, bedeutet das meist nichts Gutes.  So witterte Alfons Higl bereits den nächsten  Rückschlag, als der Trainer des personell  bereits geschröpften Bahlinger SC am Samstag um kurz nach zehn die Nummer von Tobias Klein auf dem Display leuchten sah. Keine zehn Minuten zuvor hatte Angreifer Santiago Fischer wegen einer Schienbeinprellung, erlitten kurz  vor Ablauf des Abschlusstrainings am Donnerstagabend, bereits telefonisch absagen müssen. Nun auch noch der Kapitän und Abwehrorganisator Tobias Klein? „Ich dachte schon, was ist jetzt wieder los“, sollte  Higl später sagen.

Allein, vom Kapitän kam Entwarnung. Klein hatte die gesamte Nacht in der Freiburger Uniklinik verbracht, seine Freundin entband um kurz vor sechs Töchterchen Rosa. „Ich hab zu Hause in Ebringen nur  meine Kickschuhe eingepackt und bin dann gleich zum Platz“, präzisierte der stolze Papa den ungewöhnlichen Ablauf seiner Spielvorbereitung. Das Schlafdefizit sah man Klein auf dem Spielfeld nicht an. Er habe zwar zuweilen seine Augen sehr stark aufreißen müssen, gestand Klein, der Trainer attestierte dem Innenverteidiger jedoch „eine klasse Leistung“.

Überzeugend wirkte  Bahlingen indes nur in der Arbeit gegen den Ball. „Wir haben aus unserem Ballbesitz zu wenig gemacht“, monierte Klein. Zu wenig? Im Grunde erschufen die Gastgeber, die in den vorangegangenen drei Partien nur einen Punkt erwirtschaftet hatten, keine einzige Situation, die das Gütesiegel Torchance verdient. Die Abschlüsse von Ergi Alihoxha (11.) und vom wiedergenesenen Felix Higl (33.) lassen wohlmeinend das Prädikat  sanfte Torannäherung  zu.

Den Gästen, verunsichert durch vier Auswärtsniederlagen in Folge, gelang nicht viel mehr. Eine   Flanke von Leutrim Neziraj nach vorangegangenem Sololauf am Strafraumrand fand keinen Abnehmer (39.) – mehr kam nicht vom Regionalliga-Absteiger, der bis zum neunten Spieltag das Oberliga-Klassement angeführt hatte. Bezeichnend das Statement des Nöttinger Trainers Dubravko Kolinger, der das Spiel seines FCN ungerührt als Schritt nach vorn einstufte: „Ein Tor zu machen aus keiner Chance, ist uns nicht geglückt.“

Auch Alfons Higl entschied sich für eine positive Sicht der Dinge: Die Mannschaft habe kämpferisch eine einwandfreie Leistung gezeigt; er sei zufrieden, gerade weil man in den vergangenen Wochen viele Gegentore kassiert habe. Vorne könne man  keine Wunderdinge erwarten, entschuldigte Higl das Rätselraten im Angriff. Zum einen fehlten  Kreativköpfe wie Sautner und Ilhan, zum anderen musste er  durch Fischers Ausfall improvisieren.  Deshalb harmonierten bei den Spitzen Barella, Onwuzurumba und Spiegler Pass- und Laufwege nicht. „Die Jungs sind nicht im Rhythmus“, sagte Higl. Und sie sind (noch) keine Führungskräfte. Wenn einer wie Sautner den Spielzug initiiert, können sich die anderen anpassen. „Doch wenn alle drei geführt werden müssen, dann führt keiner“, so Higl.

Bahlingen: Müller; Göppert, Nopper, Klein, Waldraff; Häringer; Spiegler (60. Wehrle), Alihoxha, Higl (80. Siegert), Barella (67. Bührer); Onwuzurumba (84. Adam).

Nöttingen: Dups; Frank, Schönthaler, Fuchs, Kern; Brenner,  Cuntz (48. Braun); De Santis (77. Gür), Neziraj (84. Marton), Bilger; Schürg.

SR: Höfer (Weissach). ZR: 520.

Austragungsort

Kaiserstuhlstadion
Stadenweg 21, 79353 Bahlingen am Kaiserstuhl, Deutschland